Logo-Schulinfo

04.05.2015, Schwerpunkt

Hausaufgaben – Wie sieht's der Rektor?

Porträt Jürg Portmann

Was hört die Schulleitung von Elternseite zum Thema Hausaufgaben? Was ist für Junglehrpersonen ratsam? Für www.schulinfozug.ch beantwortet Rektor Jürg Portmann* fünf Fragen, von der eigenen Kindheitserinnerung bis zur Koordination der Hausaufgaben auf der Walchwiler Oberstufe.

Von Lukas Fürrer

Sehr geehrter Herr Portmann, was kommt Ihnen beim Stichwort Hausaufgaben spontan in den Sinn?

Ich sehe in den Hausaufgaben eine nochmalige Auseinandersetzung mit dem gelernten Unterrichtsstoff. Der Schüler oder die Schülerin haben die Möglichkeit, das Gehörte in aller Ruhe und im eigenen Lerntempo z vertiefen. Zudem sind die Hausaufgaben eine gute Übungsgelegenheit.

Wie oft wenden sich Eltern wegen Hausaufgaben an Sie? Erreichen Sie viele E-Mails oder eher persönliche Anfragen im Alltag?

Das Thema Hausaufgaben wurde ausserhalb der Schule nicht an mich herangetragen, ebenso wenig an die Schulleitungen. In den vergangen Jahren wurde ich ab und zu an Elternabenden darauf angesprochen. Die Eltern wollten jeweils wissen, wie viel Zeit ihr Kind für die Hausaufgaben aufwenden sollte oder ob ich der Meinung bin, dass die Hausaufgaben von den Lehrpersonen zu korrigieren sind.

Wie stellen Sie sicher, dass die Lehrpersonen die Zuger Vorgaben zu den Hausaufgaben kennen und sich daran halten?

Ich gehe davon aus, dass die Walchwiler Lehrpersonen die Vorgaben kennen und sich daran halten. Ab und zu fragen mich neue Lehrpersonen, die noch nie im Kanton Zug unterrichtet haben, ob es diesbezüglich Regelungen gibt. Dann erkläre ich ihnen die Richtzeiten und verweise auf das Reglement zum Schulgesetz.
Auf der Oberstufe führen wir ein Kontaktjournal. Dort werden alle Hausaufgaben eingetragen. Damit schaffen wir eine gute Übersicht und vollständige Transparenz für die Schülerinnen und Schüler, die Lehrpersonen und die Eltern.

Können Sie sich an eine eigene Hausaufgabe in Ihrer Kindheit erinnern, die Ihnen speziell im Gedächtnis haften blieb?

Ich musste in der Primarschule reihenweise Rechnungsaufgaben vom gleichen Typ lösen, obwohl ich den Lösungsweg bereits verstanden hatte. Dies war eher demotivierend.

Welche drei Tipps geben Sie einem Junglehrer mit Blick auf die Hausaufgaben auf den Weg?

Die Junglehrperson soll sich beim Schulleiter informieren, wie lange eine Schülerin oder eine Schüler pro Tag maximal Hausaufgaben machen darf.
Sie sollte auch darauf achten, dass die Hausaufgaben auf die Woche gut verteilt sind.

Hausaufgaben sind nicht zum Lernen von neuem Schulstoff gedacht, sondern dienen der Vertiefung und der Repetition des Schulstoffes. Die Hausaufgaben sind individuell zu gestalten, damit die Schülerin oder der Schüler einen Lernfortschritt macht.

*Jürg Portmann ist Rektor in Walchwil und Präsident der Zuger Rektorenkonferenz.

Neuste Beiträge aus den anderen Rubriken

Bildung beginnt nicht bei den Methoden, sondern beim Menschen
Schule

Bildung beginnt nicht bei den Methoden, sondern beim Menschen

Zum Beitrag
Fehlender Hitzeschutz wird zur Belastung
Dialog & Meinung

Fehlender Hitzeschutz wird zur Belastung

Zum Beitrag
Mehr als freie Tage: Die Kunst der Zwischenzeit
Balance

Mehr als freie Tage: Die Kunst der Zwischenzeit

Zum Beitrag